118 116 Anschließend wird erneut Fugenmaterial auf das Pflaster aufgebracht gleichmäßig verteilt und unter begrenzter Wasserzugabe in die Fugen eingeschlämmt Danach ist die Pflasterfläche erneut von überschüssigem Fugenmaterial zu befreien Der sauber abgekehrte und hinreichend abgetrocknete Belag wird dann mit einer Vibrationsplatte bis zum Erreichen der Ebenheit und Standfestigkeit verdichtet Mit dem Abrütteln ist aber solange zu warten bis die Bettung und deren Unterlage ausreichend abgetrocknet sind In dieser Zeit ist die Pflasterdecke von Fahrzeugen und schweren Geräten freizuhalten Die Arbeitsschritte Aufbringen von Fugenmaterial und Abrütteln sind gegebenenfalls mehrfach zu wiederholen bis nach einem Abrütteln kein Absacken von Fugenmaterial mehr festgestellt werden kann Das Abrütteln erfolgt in mehreren nebeneinander liegenden sich überlappenden Bahnen Es ist grundsätzlich von den Rändern beginnend zur Mitte hin bzw entgegen der Neigung der Pflasterdecke von unten nach oben durchzuführen Durch das Abrütteln der Pflasterfläche erfolgt die Verdichtung bzw Endverdichtung des Bettungsmaterials Durch das Verdichten wird zudem bewirkt dass ein Teil des Bettungsmaterials von unten in die Fugen eindringt und diese zusätzlich bereits während des Verdichtungsvorgangs stabilisiert Das Eindringen von Bettungsmaterial von unten in die Fugen nimmt mit zunehmender Vorverdichtung des Bettungsmaterials ab Das Abrütteln darf den geplanten Fugenverlauf nicht beeinträchtigen In der Regel ist die Pflasterdecke nur bei trockener Oberfläche und nur unter Verwendung einer Vibrationsplatte mit Kunststoffmatte abzurütteln Dies gilt insbesondere für farbiges Pflaster und solches mit besonderer Oberflächengestaltung Einschlämmen Das Einschlämmen kann von Hand oder maschinell erfolgen Für das maschinelle Einschlämmen werden bereits seit vielen Jahren geeignete Maschinen und Anbaugeräte angeboten mit denen sich alle gängigen Fugenmaterialien vollständig in die Fugen einarbeiten lassen VERLEGEHINWEISE FÜR PFLASTERSTEINE Geeignete Vibrationsplatten Die zu verwendenden Vibrationsplatten müssen nach Angaben der Hersteller der Vibrationsplatten für den jeweiligen Einsatz geeignet sein Sie müssen insbesondere hinsichtlich ihres Betriebsgewichtes ihrer Zentrifugalkraft und ihrer Frequenz auf die Dicke der Pflasterdecke und auf die Beschaffenheit Steifigkeit der Unterlage abgestimmt sein In der Praxis haben sich Frequenzen ab 70 Hz als sinnvoll erwiesen Vibrationswalzen dürfen für die Verdichtung der Pflasterdecke nicht eingesetzt werden Erhaltung Eine regelmäßige Erfassung des Zustandes der Pflasterdecke ist wie bei anderen Bauweisen auch erforderlich Wesentliches Augenmerk ist dabei auf den Zustand der Fugen und der Fugenfüllung zu legen Sind die Fugen nicht mehr vollständig gefüllt muss unverzüglich fehlendes Fugenmaterial ergänzt werden Andernfalls besteht die Gefahr dass die Pflasterdecke Horizontalkräfte nicht mehr ordnungsgemäß übertragen kann Verschiebungen und Verkantungen von Pflastersteinen wären die Folge Weitreichende Schäden an der Fläche wären zu erwarten Wie die Ergebnisse einer Forschungsarbeit Rohleder 2002 Lerch 2006 zeigen ist ab einer Fugenentleerung von ca 20 der Steindicke Fugenhöhe bereits die Stabilität der Pflasterdecke gemindert Im Sinne eines vereinfachten Vorgehens bei der Zustandserfassung ist ab einer Fugenentleerung von 1 cm Tiefe gemessen ab Oberkante Stein bzw ab Unterkante Fase Unvollständige Fugenfüllung zu dokumentieren und die Fugen durch erneutes einbringen von Fugenmaterial wieder vollständig zu schließen Werden bei der Zustandserfassung Unebenheiten z B als mulden oder wellenartige Verformung festgestellt und sind sie so stark ausgeprägt dass sie einen Wasserrückhalt verursachen können so sind sie unverzüglich zu beseitigen Fugenfüllung Pflasterstein Fuge und Fugenmaterial bilden bei der fertig verlegten Pflasterdecke eine funktionelle Einheit Das Fugenmaterial dient dabei als elastische Stütze von Stein zu Stein Die Pflasterfläche ist nur dann voll funktions fähig wenn die Steinfuge ordnungsgemäß angelegt und mit dem richtigen Fugenmaterial vollständig verfüllt wird Zum Verfüllen der Fugen nur trockenes Fugenmaterial verwenden Wir empfehlen Basalt Fugen und Einkehr material hierfür zu nehmen siehe Seite 106 Auf jeden Fall muss das Fugenmaterial absolut sauber sein Das heißt es darf keine färbenden Feinstanteile enthalten die sich in die Poren der Steinober fläche setzen können und eine Farbveränderung verursachen Auf keinen Fall lehmhaltigen Sand oder Mörtel verwenden Bei Einbringen einer festen Fuge sind unbedingt die Verarbeitungshinweise der jeweiligen Materialien zu beachten Das Verfüllen der Fugen erfolgt kontinuierlich mit dem Fortschreiten der Verlegearbeiten Dazu wird Fugenmaterial auf das Pflaster aufgebracht gleichmäßig verteilt und ohne Wasserzugabe in die Fugen eingefegt so dass diese weitgehend gefüllt sind Damit werden die Pflastersteine soweit fixiert dass sie sich durch das anschließende erste Abrütteln nicht verschieben können Gemäß ZTV Pflaster StB ist eine Wasserzugabe bereits vor dem ersten Abrütteln durchzuführen In der Praxis hat sich jedoch gezeigt dass es zweckmäßig sein kann auf die Wasserzugabe vor dem ersten Abrütteln zu verzichten Unverfugte Pflasterflächen dürfen nicht abgerüttelt werden Im Anschluss ist überschüssiges Fugenmaterial zu beseitigen und die Pflasterfläche sauber abzukehren da sonst die Gefahr von Verunreinigung und Beschädigung der Pflastersteine durch das Abrütteln besteht Abrütteln Das erste Abrütteln sollte mit einer leichten Vibrationsplatte erfolgen es dient weniger der Verdichtung der Pflasterdecke als vielmehr der Mobilisierung des Fugenmaterials mit dem Ziel dass sich dieses tiefer in die Fugen einarbeitet dabei verdichtet und somit Platz für weiteres Fugenmaterial schafft

Vorschau JASTO-GALA2019 Seite 118
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