ABRÜTTELN Das erste Abrütteln sollte mit einer leichten Vibrationsplat te erfolgen es dient weniger der Verdichtung der Pflaster decke als vielmehr der Mobilisierung des Fugenmaterials mit dem Ziel dass sich dieses tiefer in die Fugen einarbeitet dabei verdichtet und somit Platz für weiteres Fugenmate rial schafft Anschließend wird erneut Fugenmaterial auf das Pflaster aufgebracht gleichmäßig verteilt und unter begrenzter Wasserzugabe in die Fugen eingeschlämmt Danach ist die Pflasterfläche erneut von überschüssigem Fugenmaterial zu befreien Der sauber abgekehrte und hinreichend abgetrocknete Belag wird dann mit einer Vi brationsplatte bis zum Erreichen der Ebenheit und Stand festigkeit verdichtet Mit dem Abrütteln ist aber solange zu warten bis die Bettung und deren Unterlage ausreichend abgetrocknet sind In dieser Zeit ist die Pflasterdecke von Fahrzeugen und schweren Geräten freizuhalten Die Arbeitsschritte Aufbringen von Fugenmaterial und Abrütteln sind gegebenenfalls mehrfach zu wiederholen bis nach einem Abrütteln kein Absacken von Fugenmaterial mehr festgestellt werden kann Das Abrütteln erfolgt in mehreren nebeneinander liegen den sich überlappenden Bahnen Es ist grundsätzlich von den Rändern beginnend zur Mitte hin bzw entgegen der Neigung der Pflasterdecke von unten nach oben durchzu führen Durch das Abrütteln der Pflasterfläche erfolgt die Verdichtung bzw Endverdichtung des Bettungsmaterials Durch das Verdichten wird zudem bewirkt dass ein Teil des Bettungsmaterials von unten in die Fugen eindringt und diese zusätzlich bereits während des Verdichtungsvorgangs stabilisiert Das Eindringen von Bettungsmaterial von un ten in die Fugen nimmt mit zunehmender Vorverdichtung des Bettungsmaterials ab Das Abrütteln darf den geplan ten Fugenverlauf nicht beeinträchtigen In der Regel ist die Pflasterdecke nur bei trockener Oberfläche und nur unter Verwendung einer Vibrationsplatte mit Kunststoffmatte abzurütteln Dies gilt insbesondere für farbiges Pflaster und solches mit besonderer Oberflächengestaltung EINSCHLÄMMEN Das Einschlämmen kann von Hand oder maschinell erfol gen Für das maschinelle Einschlämmen werden bereits seit vielen Jahren geeignete Maschinen und Anbaugeräte ange boten mit denen sich alle gängigen Fugenmaterialien voll ständig in die Fugen einarbeiten lassen GEEIGNETE VIBRATIONSPLATTEN Die zu verwendenden Vibrationsplatten müssen nach An gaben der Hersteller der Vibrationsplatten für den jewei ligen Einsatz geeignet sein Sie müssen insbesondere hin sichtlich ihres Betriebsgewichtes ihrer Zentrifugalkraft und ihrer Frequenz auf die Dicke der Pflasterdecke und auf die Beschaffenheit Steifigkeit der Unterlage abgestimmt sein In der Praxis haben sich Frequenzen ab 70 Hz als sinnvoll erwiesen Vibrationswalzen dürfen für die Verdichtung der Pflasterdecke nicht eingesetzt werden ERHALTUNG Eine regelmäßige Erfassung des Zustandes der Pflasterde cke ist wie bei anderen Bauweisen auch erforderlich We sentliches Augenmerk ist dabei auf den Zustand der Fugen und der Fugenfüllung zu legen Sind die Fugen nicht mehr vollständig gefüllt muss unverzüglich fehlendes Fugenma terial ergänzt werden Andernfalls besteht die Gefahr dass die Pflasterdecke Horizontalkräfte nicht mehr ordnungsge mäß übertragen kann Verschiebungen und Verkantungen von Pflastersteinen wären die Folge Weitreichende Schä den an der Fläche wären zu erwarten Wie die Ergebnisse einer Forschungsarbeit Rohleder 2002 Lerch 2006 zeigen ist ab einer Fugenentleerung von ca 20 der Steindicke Fugenhöhe bereits die Stabilität der Pflasterdecke gemin dert Im Sinne eines vereinfachten Vorgehens bei der Zu standserfassung ist ab einer Fugenentleerung von 1 cm Tie fe gemessen ab Oberkante Stein bzw ab Unterkante Fase Unvollständige Fugenfüllung zu dokumentieren und die Fugen durch erneutes einbringen von Fugenmaterial wie der vollständig zu schließen Werden bei der Zustandser fassung Unebenheiten z B als mulden oder wellenartige Verformung festgestellt und sind sie so stark ausgeprägt dass sie einen Wasserrückhalt verursachen können so sind sie unverzüglich zu beseitigen 148 Verlege und Verarbeitungshinweise JASTO Gartenwelt

Vorschau JASTO Gartenwelt 2020 Seite 148
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